© Christian Züchner
2001-06-15
Der markante, weithin
sichtbare Staffelberg erhebt sich im SO der Stadt Bad Staffelstein (Ldkr.
Lichtenfels, Ofr.) rund 280 m aus dem fruchtbaren Maintal. Als Zeugenberg ist
er der Fränkischen Alb im Norden vorgelagert. Bedingt durch den Wechsel harter
und weicher Schichten des Dogger und Malm steigen seine Hänge in mehreren
Stufen an. Wie eine natürliche Festung überragt die oberste Stufe die umgebende
Albhochfläche. Steile Felsklippen sichern diese „Akropolis“, die den Menschen
am Obermain seit rund 7000 Jahren immer wieder Schutz gewährt hat.
Wie Lesefunde und die
Grabungen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege unter der Leitung von B.-U. Abels
belegen, begann die Besiedlung der Akropolis in der Bandkeramik. Im
Jungneolithikum, vor allem wohl während der Michelsberger Kultur, muss der Berg
eine ausgedehnte Siedlung und vielleicht eine erste Befestigung getragen haben.
Funde der Bronze- und Urnenfelderzeit sind sehr spärlich. Im Laufe der
Hallstattzeit
gewinnt das Plateau dann zunehmend als
Bergfeste an Bedeutung. In der Frühlatènezeit werden der Zugang und die Ränder
der Akropolis mit starken Mauern umgeben. Wie überall im nördlichen Franken
bricht die Besiedlung am Ende der Frühlatènezeit unvermittelt ab. In der
Spätlatènezeit werden erneut von den Kelten auf der Akropolis und der
angrenzenden Albhochfläche gewaltige Schanzarbeiten durchgeführt und der
Staffelberg zum keltischen Oppidum Mensogada ausgebaut. Sein Niedergang beginnt
gegen Ende des ersten vorchristlichen Jahrhunderts. In spätrömischer Zeit wird
der Berg letztmals mit einer Mauer gesichert. Wenn auch nicht mehr intensiv besiedelt, so hat der Berg in den folgenden Jahrhunderten seine Bedeutung für das Obermaingebiet nie verloren.
Um die Erforschung hat sich
nach 1880 vor allem Dr. Gustav Rossbach (1843-1927), Arzt in Lichtenfels,
verdient gemacht. Im Laufe der Jahre konnte er eine große Sammlung von Funden
aus allen Perioden zusammentragen, die er seit 1891 mehrfach, zuletzt noch einmal 1927 im Alter von knapp 84 Jahren, in Skizzenbüchern
in Form von Zeichnungen und Aquarellen dokumentiert hat. Diese haben Paul
Reinecke u.a. Gelehrten als Grundlage ihrer Forschungen gedient. 1938 wurde die
Sammlung Rossbach von der Universität Erlangen erworben. Die Skizzenbücher und
ein umfangreicher Briefwechsel blieben weiterhin im Besitz der Familie. 1993
konnten sie als Dauerleihgabe für die Erlanger Sammlung gewonnen werden.
Aus den Skizzenbüchern von Dr. Gustav Rossbach von 1891 und 1927
In mühevoller Arbeit wurden
alle Funde vom Staffelberg inventarisiert und – soweit von Interesse –
gezeichnet und fotografiert. Ziel des laufenden Projektes ist es nun, die
Sammlung der Wissenschaft so bald als möglich zugänglich zu machen. Es ist
geplant, einen Katalog zu erstellen, in dem die Geschichte des Staffelberges im
Lichte der Sammlung Rossbach beschrieben und eine möglichst große Zahl von
Funden in Abbildungen vorgelegt wird. Dies soll mit einem knappen Text, einer
Datenbank und einer Dokumentation der Funde auf CD-Rom geschehen. An einem
Ausstellungsprojekt wird zur Zeit von einer Gruppe von Studentinnen und
Studenten des Erlanger Instituts gearbeitet, um allen interessierten Kollegen
einen Einblick in die Fülle des weitgehend unbekannten Materials zu geben.
Ein ausführlicher Begleittext zu der Ausstellung steht zur Verfügung.